Woher kommt der Polterabend?
Der Polterabend ist einer der ältesten deutschen Hochzeitsbräuche und reicht bis ins Mittelalter zurück. Der Lärm zerbrechenden Porzellans sollte böse Geister vom künftigen Ehepaar fernhalten. Daraus wurde das bekannte Sprichwort: Scherben bringen Glück. Traditionell fand der Polterabend am Vorabend der Hochzeit statt – heute wird er meist einige Wochen vorher gefeiert, damit am Hochzeitstag niemand übernächtigt ist.
Was wird gepoltert – und was nicht?
Erlaubt ist alles aus Porzellan, Keramik und Steingut: alte Teller, Tassen, Blumentöpfe, Waschbecken – je lauter der Scherbenhaufen, desto besser. Tabu sind Glas und Spiegel (Glas steht für Glück, das man nicht zerbrechen soll, zerbrochene Spiegel bringen der Tradition nach sieben Jahre Pech). Auch Metall und Elektroschrott gehören nicht auf den Polterhaufen.
Der wichtigste Teil des Brauchs: Das Brautpaar kehrt die Scherben gemeinsam zusammen – als Symbol dafür, dass es künftig alle Herausforderungen gemeinsam meistert. Die Gäste dürfen dabei nach Herzenslust stören und neue Scherben nachwerfen.
Polterabend organisieren: Der Ablauf
- Wer lädt ein? Traditionell das Brautpaar – und zwar formlos. Beim Polterabend gilt: Wer kommt, der kommt. Oft erscheinen auch Nachbarn und entfernte Bekannte.
- Wo feiern? Klassisch zu Hause im Hof oder Garten. Wichtig: eine Fläche, auf der gepoltert werden darf und die sich gut kehren lässt. Bei Mietwohnungen den Vermieter fragen.
- Verpflegung: Deftig und unkompliziert – Grillbuffet, Gulaschkanone, Fassbier. Der Polterabend ist bewusst das legere Gegenstück zur eleganten Hochzeitsfeier.
- Kosten: Deutlich günstiger als die Hochzeit: Mit 10–25 Euro pro Gast für Essen und Getränke lässt sich ein schöner Polterabend feiern.
Moderne Alternativen
Nicht jedes Paar möchte einen klassischen Polterabend. Beliebte Varianten heute: das gemeinsame Polter-und-Grill-Fest beider Familien als Kennenlern-Abend, die Kombination aus Polterabend und Gartenparty mit Live-Musik, oder das „Poltern light" bei der Location der Hochzeitsfeier am Vorabend. Wer gar nicht poltern will, ersetzt den Brauch oft durch ein entspanntes Welcome-Dinner für angereiste Gäste.
Polterabend vs. Junggesellenabschied
Häufige Verwechslung: Der JGA wird getrennt gefeiert und von den Trauzeugen organisiert, der Polterabend gemeinsam von beiden Partnern mit allen Gästen. Beides zusammen an einem Wochenende ist sportlich – plant mindestens zwei Wochen Abstand ein. Alle Aufgaben der Trauzeugen findet ihr in unserer Trauzeugen-Checkliste.